
Seevetal/Landkreis Harburg. Der Busverkehr in Seevetal verbessert sich ab Montag, 26. Oktober. Durch die Verkehrsfreigabe der Decaturbrücke kann Hörsten mit der Linie 343 wieder an Maschen und Meckelfeld angebunden werden. Das ist eine der Neuerungen, die beim vierten Netzwerktreffen Mobilität des Landkreises Harburg vorgestellt wurden. 40 Vertreterinnen und Vertreter der Städte und Gemeinden sowie der Kreisverwaltung kamen dazu im Winsener Kreishaus zusammen.
Mobilität bleibt eine Daueraufgabe und endet nicht an Gemeindegrenzen, sagt Erster Kreisrat Josef Nießen in seiner Eröffnung. Vielfach stehen wir vor Ort vor ähnlichen Herausforderungen und oft kommen wir schneller zu guten Lösungen, wenn wir Erfahrungen austauschen und kontinuierlich zu Mobilitätsthemen im Gespräch bleiben. Genau dafür haben wir dieses Netzwerk geknüpft und ich freue mich sehr, dass wir nun schon zum vierten Mal zusammenkommen, um Mobilität im Landkreis gemeinsam zu gestalten, so Nießen weiter.
Zweimal im Jahr bringt das Netzwerk Mobilität die Kommunen und verschiedene Bereiche der Kreisverwaltung zusammen. Ziel ist der Austausch von Informationen, die Diskussion gemeinsamer Fragestellungen und das Voranbringen von Mobilitätsprojekten über Gemeindegrenzen hinweg. Dementsprechend breit war das Themenspektrum beim jetzigen Treffen.
Unterstützung bei der Fördermittelsuche
Mareile Kleemann von der Stabsstelle Kreisentwicklung, Wirtschaftsförderung und Mobilität stellte das Fördermittelmanagement MCON vor. Der Dienstleister unterstützt den Landkreis bei der Nutzung geeigneter Förderprogramme. Die Kommunen können über den Landkreis ebenfalls auf MCON zurückgreifen, um Fördermöglichkeiten für konkrete Projekte zu prüfen.
Neuigkeiten gab es aus der Radverkehrskoordination. Rachel Werner vom Betrieb Kreisstraßen und Radverkehr informierte über das Thema Rad im Wirtschaftsverkehr, die Auswirkungen der neu angepassten Straßenverkehrsordnung und die Möglichkeiten, Straßenraum rechtssicher neu zu verteilen. Weitere Themen waren die Arbeit der AG Radverkehr, die Fußverkehrskonferenz der Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundlicher Kommunen Niedersachsen/Bremen und eine geplante Schulung im Januar 2027. Auch aktuelle Daten aus Radverkehrszählungen wurden vorgestellt.
Neue Buslinien für Tostedt und Hollenstedt
Besonders konkret zeigte sich die Weiterentwicklung der Mobilitätsangebote beim öffentlichen Nahverkehr. Friedhelm Stradtmann von der Kreisentwicklung präsentierte die Verbesserungen. Zum Jahresbeginn 2027 folgen weitere Neuerungen. In Jesteburg entsteht ein Ortsverkehr, der die Waldklinik und das Museum Kunststätte Bossard besser erschließt.
Auch in den Samtgemeinden Tostedt und Hollenstedt wird das Busangebot weiterentwickelt. Klarere Takte und direktere Linienführungen erleichtern die Nutzung. Neu hinzu kommen die Linie 4850 zwischen Hollenstedt und Tostedt sowie die Linie 4840 von Sprötze über Kakenstorf nach Tostedt. Ergänzt wird das Mobilitätsangebot in der Region durch den Bedarfsverkehr hvv hop Elbe-Heide.
Vorbereitungen bis 2029
Gleichzeitig richtet der Landkreis den Blick bereits auf die kommenden Jahre. Die Vorbereitungen für die Ausschreibung des Verkehrsvertrags ab August 2029 und für den neuen Nahverkehrsplan, der zum Jahresbeginn 2029 in Kraft treten soll, laufen. Auch über den aktuellen Stand des Bike-Sharing-Projekts der Metropolregion Hamburg wurde beim Netzwerktreffen informiert.
Ein wichtiger Bestandteil des Treffens war der direkte Erfahrungsaustausch mit den Kommunen. Schulwegsicherheit, Tempo 30, Lenkung des Radverkehrs oder der barrierefreie Ausbau von Bushaltestellen gehören zu den Themen, die Städte und Gemeinden derzeit beschäftigen. Dabei ging es auch darum, wo Unterstützungsbedarf besteht und welche Erfahrungen und Lösungsansätze sich auf andere Kommunen übertragen lassen.
Arbeitsgruppe soll E‑Scooter-Probleme angehen
Einen besonderen Schwerpunkt bildeten diesmal E‑Scooter. Bereits beim vergangenen Netzwerktreffen hatten die kommunalen Vertreterinnen und Vertreter insbesondere das Fahren auf Gehwegen und problematisches Verhalten von Nutzerinnen und Nutzern thematisiert. Unter der Überschrift E‑Scooter, Fluch oder Segen, griff Gastreferent Dirk Poppinga von der Polizeiinspektion Harburg das Thema in einem eigenen Vortrag auf.
Es soll aber nicht bei einem gemeinsamen Erfahrungsaustausch bleiben. Geplant ist die Gründung einer Arbeitsgruppe, in der Kommunen, Landkreis, Polizei, Verkehrswacht und ADFC gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern sowie Elternvertretern nach Lösungsansätzen suchen. Im Mittelpunkt steht dabei insbesondere die Frage, wie Jugendliche erreicht, einbezogen und für einen sicheren und rücksichtsvollen Umgang mit E‑Scootern sensibilisiert werden können. (dh)














