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Seevetal/Meckelfeld. Rund 25 Anwohner mit Kindern versammelten sich Ende Juli am Spielplatz zwischen Immenhof und Lönsring. Ihr Ziel: Seevetals Bürgermeisterin Emily Weede (CDU) vom Erhalt der Spielfläche zu überzeugen. Mit Erfolg. Weede versprach vor Ort ein Comeback des Spielplatzes und kritisierte zugleich den Arbeitskreis Spielplätze für dessen Entscheidung, die Fläche aufzugeben.
Der kleine Siedlungsspielplatz existiert seit rund 40 Jahren. Doch der Arbeitskreis Spielplätze hatte empfohlen, ihn aufzugeben. Die Begründung: unwirtschaftlich und schlecht zu pflegen. Die fehlende Zufahrt erschwere den Sandaustausch, der Aufbau größerer Spielgeräte sei praktisch unmöglich, heißt es im Protokoll des Arbeitskreises. Zudem werde der Platz kaum von kleineren Kindern genutzt. Die Sandkiste wurde in den vergangenen Jahren immer mehr zum Rasenplatz.
2023 gründete man in der Gemeinde Seevetal den Arbeitskreis Spielplätze. Auslöser war ein zuvor festgestellter Investitionsrückstau bei allen 41 Spiel- und Bolzplätzen der Gemeinde. Der Arbeitskreis sollte eine Bestandsaufnahme durchführen und Konzepte zur Verbesserung entwickeln. Dem Gremium gehören Nicole Bathke (CDU), Stephanie Gildemeister-Fuchs (CDU), Kay Kelterer (Grüne), Dr. Irmelin Schütze (Freie Wähler), Angelika Tumuschat-Bruhn (SPD) und Anna Louise Wichalski (AfD) an.
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Schlechte Bewertung führte zum Aus

In die Bewertung zum Meckelfelder Spielplatz soll auch die Rückmeldung einer Mitarbeiterin der Seevetaler Gemeindeverwaltung geflossen sein, die wiederum vom Betriebshof stammte, der sich regelmäßig um die Arbeiten vor Ort kümmert. Dies bestätigte auch Seevetals Bürgermeisterin Emily Weede auf Nachfrage von seevetal-aktuell.de. Die Mitarbeiterin arbeitet mittlerweile nicht mehr für die Gemeinde.
Seit drei Jahren beschäftigte sich der Arbeitskreis mit dem Spielplatz. Nach der Bewertung empfahl dieser die Aufgabe. Die nicht mehr für die Gemeinde tätige Mitarbeiterin soll die Umsetzung der Aufgabe vorangetrieben haben. Seevetals Bürgermeisterin wusste von nichts, erklärt sie auf dem vor Ort Termin.
Diese Entscheidung bringt seit 2025 Eltern und Kinder „zum Kochen“. So wurde der Unmut auf einer Ortsratssitzung im Meckelfelder Helbachhaus Ende Oktober 2025 deutlich. Der „Siedepunkt“ und eine komplette Wendung im Meckelfelder Spielplatz-Krimi wurde jetzt Ende Juli erreicht.
Bürgermeisterin Emily Weede kritisiert Arbeitskreis

CDU-Mitglieder aus dem Ortsrat Meckelfeld reagierten auf die Beschwerden und organisierten einen Termin mit Bürgermeisterin Weede vor Ort. Eltern versammelten sich mit ihren Kindern auf dem ehemaligen, brachliegenden Spielplatz.
Nach dem Treffen war von der Entscheidung des Arbeitskreises nicht eine Hand voll Sand mehr übrig. Weede kritisierte das Gremium scharf. „Der Arbeitskreis hat ein gewisses Eigenleben entwickelt, er ist kein Entscheidungsgremium. Er hat sich Befugnisse angemaßt, die nur der Rat und der Fachausschuss haben. Plötzlich war der Spielplatz dennoch abgebaut”, sagt Weede.
Die Bürgermeisterin versprach den Wiederaufbau. „Ich kann noch nicht genau sagen, wann hier welche Spielgeräte aufgebaut werden, aber die Umrandung einer neuen Sandkiste samt Spielsand soll fix entstehen. Auch ein kleines Spiel-Tor soll schnell aufgebaut werden”, versprach Weede vor Ort. Ob weitere Spielgeräte zeitnah folgen, müsse sie noch prüfen. „Ich muss schauen, was ich noch an Budget habe. Das Spielgeräte noch diesen Sommer aufgebaut werden, kann ich nicht versprechen”, sagte Weede.
Arbeitskreis kritisiert fehlende Einladung
Das Arbeitskreismitglied Dr. Irmelin Schütze bezeichnet die Situation als unglücklich und ist entrüstet. Der Arbeitskreis habe von dem vor Ort Termin nichts gewusst. „Wir wären gerne dabei gewesen”, sagt Schütze gegenüber seevetal-aktuell.de. Man hätte den Anwohnern das Zustandekommen der Entscheidung gerne erklärt. „Wir haben einen gut funktionierenden Arbeitskreis. Dieser hat sich auf Anraten der Verwaltung wegen der komplizierten Pflege dafür ausgesprochen, dass der Spielplatz aufgelöst wird. Dass jetzt die Verwaltungsspitze ohne Einbezug des Arbeitskreises hier für einen neuen Spielplatz wirbt, hat mit Fairness nichts mehr zu tun.“
Auf die Anwesenheitsfrage nach Mitgliedern des Arbeitskreises von Bürger vor Ort antwortete Weede: „Ich kann Ihnen nicht sagen, warum niemand hier ist“. Von der Nichtanwesenheit hatte sie nichts gewusst.

Meckelfelds Ortsbürgermeister Peter Langenbeck (CDU) besiegelte den Ausgang des vor Ort Termins. „Frau Weede wir nehmen sie beim Wort”, sagte Langenbeck. Bei den Anwohnern herrschte Jubelstimmung.

Kurz nach dem Treffen wurde bereits das kniehohe Gras auf der Spielplatzfläche gemäht und die Hecke geschnitten. Von einer neuen Sandkiste und weiteren Spielgeräten oder einem Tor ist noch nichts zu sehen. Kinder nutzten derweil die selbstgebaute Baum-Schaukel in der Wohnsiedlung. (dh)
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