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Seevetal/Stelle. Was Spaziergänger am Steller See entdeckten, war alles andere als idyllisch. Eine tote Lachmöwe, ein Graureiher und ein Kormoran lagen verheddert in Angelschnüren am Ufer. Die Vögel hatten sich offenbar beim Versuch, sich zu befreien, stranguliert.
„Wir können davon ausgehen, dass sich die Vögel elendig erhängt haben, nachdem sie zuvor stunden- oder sogar tagelang versucht haben, sich noch aus den Schnüren zu befreien”, sagt Gitta Baeuerle von der Abteilung Umwelt des Landkreises. Der Kormoran war bereits seit längerer Zeit tot.
Der Steller See liegt im Naturschutzgebiet „Untere Seeveniederung und Over Plack”. Seine Ufer sind beliebter Brutplatz für gefährdete Wat- und Wasservögel wie Knäkente, Kiebitz und Flussregenpfeifer. Enten und Gänse nutzen das Gebiet als Mauserplatz, im Winter dient es als Rastplatz auf dem Vogelzug.
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Behörde fährt mit Boot auf den See
Baeuerle und ihre Kollegen fuhren in der vergangenen Woche mit dem Boot auf den See hinaus, um die toten Vögel einzusammeln. Das geschah nicht nur, um Vorbeigehenden den Anblick zu ersparen. „Es kann immer passieren, dass andere Vögel von der vermeintlich leichten Beute angelockt werden und sich dann ebenfalls in der Schnur verheddern”, erklärt Baeuerle. Sie vermutet, dass es dem Graureiher genau so ergangen sein dürfte.
Am Steller See herrscht grundsätzlich Angelverbot. Um Flora und Fauna zu schützen, ist auch Baden, Grillen oder Zelten untersagt.
Appell an alle Naturbesucher
Baeuerle nutzt den Vorfall für einen eindringlichen Appell. „Auch außerhalb von Schutzgebieten verenden immer wieder Tiere an achtlos weggeworfenen Abfällen und Müll”, sagt sie. Sie bittet alle, die in der Natur unterwegs sind, Verpackungsmüll, leere Flaschen und andere Abfälle nicht achtlos wegzuwerfen, sondern zum nächsten Mülleimer zu bringen. „Mit diesem einfachen Grundsatz können wir alle dazu beitragen, Umwelt und Tiere zu schützen”, sagt Baeuerle. (dh)


















