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Seevetal. Die Regionalgeschäftsstelle Elbe-Weser des Naturschutzbundes Deutschland erhält regelmäßig Anfragen von Menschen, die erschöpfte oder orientierungslose Eichhörnchen beobachtet haben. Die heißen und trockenen Sommertage machen den heimischen Tieren zu schaffen. Besonders in Städten und dicht bebauten Wohngebieten fehlen vielerorts Wasser, Nahrung, Schatten und sichere Rückzugsorte.
Das Europäische Eichhörnchen gilt noch nicht als gefährdete Art. Dennoch mahnt der NABU, die Entwicklung aufmerksam zu beobachten. „Auch vermeintlich häufige und anpassungsfähige Arten können innerhalb kurzer Zeit unter Druck geraten. Deshalb ist es wichtig, ihre Lebensräume zu erhalten und naturnah zu gestalten”, sagt Jana Jensen von der NABU-Regionalgeschäftsstelle Elbe-Weser. Besonders problematisch sei der fortschreitende Verlust geeigneter Lebensräume. Feldgehölze, alte Bäume und Grünflächen verschwinden zunehmend, während landwirtschaftlich genutzte Flächen immer intensiver bewirtschaftet werden. Siedlungsbau und Infrastrukturprojekte beanspruchen zusätzliche Naturflächen.
Während längerer Hitzeperioden benötigen Eichhörnchen leicht zugängliche Wasserstellen. Empfehlenswert sind flache, standsichere Schalen mit frischem Wasser. Ein Stein oder ein Stück Holz in der Schale ermöglicht auch Insekten einen sicheren Ausstieg. Das Wasser sollte täglich gewechselt und die Schale regelmäßig gereinigt werden. Wichtig ist ein schattiger und geschützter Standort, möglichst nicht unmittelbar an einer Straße oder an einem Platz, an dem Katzen leicht lauern können.
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Naturnahe Gärten schaffen Lebensraum
Eichhörnchen leben längst nicht mehr nur in Wäldern. Auch Parks, Gärten und Siedlungen sind zu wichtigen Lebensräumen geworden. Dort sind die Tiere auf alte Bäume, dichte Sträucher und sichere Verbindungen zwischen den Baumkronen angewiesen.
„Wer heimische Haselnusssträucher, Walnussbäume, Buchen oder andere samenreiche Gehölze pflanzt, schafft wertvolle Nahrungsquellen. Auch schattige Bereiche, ungestörte Rückzugsorte und eine naturnahe Gartengestaltung helfen den Tieren, heiße Sommer besser zu überstehen”, erklärt Jensen. Zusätzlich kann geeignetes Futter angeboten werden. Dazu zählen ungesalzene Haselnüsse und Walnüsse, Sonnenblumenkerne sowie kleine Mengen Obst.
Jungtiere nicht vorschnell aufnehmen
Im Sommer sind auch junge Eichhörnchen unterwegs. Nicht jedes allein sitzende Tier benötigt sofort menschliche Hilfe. Wirkt ein Eichhörnchen jedoch verletzt, apathisch oder sucht auffällig die Nähe von Menschen, sollte eine Wildtierauffangstation oder eine Tierarztpraxis kontaktiert werden. Entgegen einer weit verbreiteten Annahme darf Jungtieren keinesfalls Kuhmilch gegeben werden.
„Die vielen Anfragen zeigen, dass die hitzebedingte Not der Tiere von vielen Menschen wahrgenommen wird. Mit einer Wasserstelle, heimischen Gehölzen und naturnah gestalteten Rückzugsorten kann jeder Garten einen wichtigen Beitrag zum Schutz unserer heimischen Eichhörnchen leisten”, sagt Jensen.
Weitere Informationen zur Lebensweise der Eichhörnchen, zur naturnahen Gartengestaltung und zum Bau eines Kobelkastens bietet eine reich bebilderte Broschüre des Landesbundes für Vogel- und Naturschutz. Sie ist gegen Einsendung einer Fünf-Euro-Banknote bei der NABU-Regionalgeschäftsstelle Elbe-Weser erhältlich. Die Adresse lautet Bertha-von-Suttner-Allee 1, 21614 Buxtehude. Die Broschüre kann auch jeden Dienstag von 10 bis 12 Uhr und von 13 bis 16 Uhr direkt in der Regionalgeschäftsstelle erworben werden. (dh)
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