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Seevetal. Das Klima verändert sich merklich, die vergangenen Wochen haben gezeigt, dass immer mehr Wärmeperioden zu erwarten sind. Diese Entwicklung belastet Menschen und Tiere gleichermaßen. Die Freien Wähler in Seevetal wollen nun handeln und haben für den Ausschuss für Planung und Klimaschutz einen Antrag zur Einrichtung öffentlicher Trinkwasserspender eingereicht.
Der Prüfauftrag sieht vor, dass die Verwaltung verschiedene machbare Ausführungen von Trinkwasserspendern und Trinkbrunnen erarbeitet. Dabei sollen auch geeignete Standorte in der Gemeinde identifiziert und die zu erwartenden Kosten ermittelt werden. Die Ergebnisse sollen dem Ausschuss vorgestellt werden.
Die rechtliche Grundlage für solche Maßnahmen ist bereits vorhanden. Mit der EU-Trinkwasserrichtlinie 2020/2184 wurde der Zugang zu sicherem Trinkwasser in öffentlichen Räumen zur Pflichtaufgabe. In Deutschland ist dies durch Paragraf 50 Absatz 1 des Wasserhaushaltsgesetzes verankert. Die Gemeinden sind damit gesetzlich angehalten, die Anzahl öffentlicher Trinkwasserbrunnen flächendeckend zu erhöhen, um die Daseinsvorsorge zu stärken.
Vorteile für Gesundheit und Nachhaltigkeit
Kostenloser Zugang zu Trinkwasser fördert nach Ansicht der Freien Wähler gesunde Trinkgewohnheiten und bietet Schutz bei Hitzeperioden. Besonders Kinder und Senioren profitieren von der einfachen Erreichbarkeit. Gleichzeitig trägt die Nutzung von Leitungswasser zur Nachhaltigkeit bei: Sie reduziert Plastikmüll durch Einwegflaschen und senkt den CO2-Ausstoß, der durch Flaschentransporte entsteht.
Darüber hinaus steigern Trinkwasserspender die Aufenthaltsqualität auf öffentlichen Plätzen und in Parks für Bürger und Touristen gleichermaßen. Die Freien Wähler argumentieren, dass öffentliche Trinkwasserspender nachhaltig sind und den öffentlichen Raum aufwerten.
Erfolgreiche Beispiele aus anderen Kommunen
Mehrere Kommunen in Niedersachsen haben bereits erfolgreich Trinkwasserspender eingeführt. Hannover betreibt bereits mehr als 20 öffentliche Trinkbrunnen und rund 70 Nachfüllstationen. Braunschweig verdoppelt aktuell sein Netz an Trinkbrunnen zur Stärkung der Hitzeresilienz.
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Im nordwestlichen Niedersachsen nutzen mehr als 100 Schulen im Weser-Ems-Gebiet bereits geförderte Trinkwasserspender des Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverbandes zur Gesundheitsförderung. Diese Beispiele zeigen, dass die Umsetzung in verschiedenen Formaten möglich ist.
Nächste Schritte in Seevetal
Die Freien Wähler halten es für sinnvoll, dass die Gemeinde Seevetal handelt und bitten um Zustimmung zu ihrem Prüfauftrag. Zunächst soll abgeklärt werden, welche Varianten an Trinkwasserspendern oder Trinkbrunnen potentiell infrage kommen. Auch geeignete Standorte und die zu erwartenden Kosten sollen ermittelt werden, bevor konkrete Entscheidungen getroffen werden. (tj)
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