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Seevetal/Landkreis Harburg. Der Sommer hat Europa, den Landkreis Harburg und Seevetal fest im Griff. Doch so angenehm Sonnenschein und Wärme am Badesee oder im Garten auch sein mögen, die extreme Hitze birgt erhebliche gesundheitliche Risiken. Schwindel, Verwirrtheit, Erschöpfung oder gar ein Hitzschlag können die Folgen sein. Besonders gefährdet sind Menschen ab 65 Jahren, Personen mit Vorerkrankungen sowie Säuglinge und Kleinkinder. Das Gesundheitsamt des Landkreises Harburg rät eindringlich dazu, die Auswirkungen der Hitze nicht zu unterschätzen.
Die Entwicklung ist besorgniserregend. Durch den Klimawandel nehmen Hitzeperioden kontinuierlich zu. Die Zahl der Hitzetage mit Temperaturen von mehr als 30 Grad steigt ebenso wie die Zahl der sogenannten tropischen Nächte mit Temperaturen von mehr als 20 Grad. Das Robert Koch-Institut hat die tödlichen Folgen erstmals systematisch erfasst und seit 2023 einen wöchentlichen Bericht zur hitzebedingten Sterblichkeit erstellt. Bundesweit wurden rund 2.600 hitzebedingte Sterbefälle ausgewiesen. Ältere Menschen sind dabei besonders gefährdet.
Hohe Temperaturen und direkte Sonneneinstrahlung können verschiedene gesundheitliche Beschwerden hervorrufen. Beim sogenannten Hitzschlag nimmt der Körper mehr Wärme auf, als er abgeben kann. Die Körpertemperatur steigt gefährlich an. Symptome sind Schwindel, Müdigkeit, Verwirrtheit, Krämpfe, ungewöhnliche Unruhe oder heiße, rote und trockene Haut. Ein Sonnenstich entsteht, wenn der Kopf längere Zeit direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt ist. Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, ein heißer und geröteter Kopf, Bewusstseinsstörungen oder Tinnitus können die Folgen sein. In beiden Fällen sollte ärztliche Hilfe aufgesucht werden. Zudem stellt UV-Strahlung eine langfristige Gefahr dar, da sie das Risiko für Hautkrebs erhöht.
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Einfache Maßnahmen bieten wirksamen Schutz
Die Fachleute des Gesundheitsamtes weisen darauf hin, dass bereits einfache Maßnahmen helfen können, gut und gesund durch die heißen Tage zu kommen. Bei Hitze sollte ausreichend getrunken und leicht gegessen werden. Wer in Winsen unterwegs ist, kann eine Trinkflasche an den Refill-Stationen in den Kreishäusern A und B kostenlos mit Trinkwasser auffüllen. Aktivitäten sollten den Tageszeiten angepasst werden. Besonders zwischen 11 und 18 Uhr ist es ratsam, zu Hause oder in kühlen Räumen zu bleiben.
Bei Medikamenteneinnahme empfiehlt sich eine Rücksprache mit dem Arzt oder der Ärztin über Lagerung und Medikamentenwirkung bei Hitze. Ins Freie sollte nur mit Sonnenschutz gegangen werden. Der Körper sollte möglichst kühl gehalten werden durch leichte, luftige und atmungsaktive Kleidung. Körperlich belastende Tätigkeiten und auch sportliche Aktivitäten sollten der Hitzeentwicklung angepasst werden.
Aufeinander achten und Wohnräume kühl halten
Das Gesundheitsamt appelliert zudem an die Solidarität. Menschen sollten füreinander da sein und aufeinander achten. Nachbarn können älteren Menschen oder Familien mit kleinen Kindern beispielsweise anbieten, Getränke vom Einkaufen mitzubringen, damit diese das Haus nicht verlassen müssen. Um die eigenen vier Wände genießen zu können, sollte die Hitze gar nicht erst hereingelassen werden. Frühes Lüften am Morgen bringt kühle und frische Luft in die Wohnung.
Wer baden geht, sollte die eigenen Fähigkeiten realistisch einschätzen und die eigenen Grenzen beachten. Nach längerer Hitzeeinwirkung gilt es, vorsichtig zu sein. Der Sprung ins kalte Wasser kann im Körper einen Kälteschock auslösen. Informationen finden sich auf der Internetseite des Landkreises unter www.landkreis-harburg.de/hitze. Dort findet sich auch der Hitzeknigge des Umweltbundesamtes. Zudem veröffentlicht der Deutsche Wetterdienst aktuell Hitzewarnungen für Tage, an denen die Hitze zu einer Gefahr für die Gesundheit werden kann, unter www.hitzewarnungen.de. (dh)
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