
Seevetal/Hittfeld. Bunte Farben fließen ineinander, junge Menschen aus verschiedenen Ländern beugen sich über ihre Leinwände, tauschen sich aus und lachen zusammen. In der Burg Seevetal wurde am Wochenende aus einem Seminarraum ein kreatives Atelier. Junge Geflüchtete nahmen an einem Kunstworkshop teil, der nicht nur ihre Bilder, sondern auch ihre Zukunftshoffnung in den Fokus rückte.
Initiiert hat das Angebot Catharina Santos, Ehrenamtskoordinatorin der Flüchtlingshilfe Seevetal. „Für die Menschen ist es wichtig, Perspektiven für die Zukunft zu bekommen”, sagt Santos. „Das Kunstprojekt versteht sich als ein Teil zur Integration in die neue Gesellschaft. Hier können die jungen Zuwanderer sich austauschen und neue Erfahrungen machen, ein wenig die Alltagssorgen vergessen.”
Die iranische Künstlerin Monir Abbasi leitete den Workshop. Sie hat ihre Bilder bereits im Iran in Teheran, in China in Peking, Chongqing und Shanghai sowie in Deutschland ausgestellt. Ihre Idee für den Workshop: „Fluid Art”. Dabei handelt es sich um eine einfache Technik, die wunderbare Ergebnisse erzielt.
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Kunst als Brücke zwischen den Kulturen
Nebenbei kamen die Teilnehmer ins Gespräch und lernten sich dabei kennen. Fragen zum Alltag in Deutschland wurden ausgetauscht: Wo finde ich eine Wohnung? Wie kann ich mich in Deutschland ehrenamtlich engagieren? Dabei half, dass Abbasi nicht nur weltweit ihre Bilder ausgestellt und viele Jahre Kunstunterricht gegeben hat. Sie arbeitet aktuell auch als Sozialberaterin in einer Flüchtlingsunterkunft und kennt die Alltagssorgen der Bewohnerinnen und Bewohner.
„Ich habe heute viel gelernt, es hat sehr viel Spaß gemacht”, freut sich ein junger Guineer am Ende. „Wann treffen wir uns wieder”, fragt die jüngste Teilnehmerin, die seit zwei Tagen ihre Schulferien genießt. Sie wollte so gern am Workshop teilnehmen, dass sie dafür sogar von Meckelfeld aus mit dem Rad durch strömenden Regen gefahren kam.
„Auch für mich persönlich ist Kunst immer ein heilsamer Prozess, hier kann ich mich entspannen und alles vergessen”, erzählt Abbasi von ihrer Motivation, den Workshop zu leiten. „Als ich damals als junge Frau nach Deutschland kam, war Kunst wie eine Therapie für mich. Heute möchte ich mein Wissen weitergeben.”
Weitere Workshops geplant
Die Teilnehmer waren sich einig: Es soll unbedingt weitere Treffen geben. Künstlerin Abbasi hat auch schon viele weitere Ideen. Interessierte, die sich über weitere Kunstworkshops und Integrationsangebote informieren möchten, wenden sich an Catharina Santos. Sie ist telefonisch unter der Rufnummer 04105–55 22 78 oder per E‑Mail unter c.santos@seevetal.de erreichbar. (dh)
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