„Diese Neubautrasse braucht kein Mensch”: 500 Demonstranten ziehen durch Meckelfeld

Zeigten der Bahn die Rote Karte: Bürgerinitiativen, Verbände und Politiker protestierten gemeinsam. Foto: JOTO
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Seevetal. „Diese Neubautrasse braucht kein Mensch.” Mit diesem Satz eröffnet Stefan Mundt, Leiter der Bürgerinitiative Trassenalarm, die Kundgebung in Meckelfeld. Am Sonntagvormittag versammelten sich dort 500 Demonstranten gegen den geplanten Neubau einer Hochgeschwindigkeitsbahntrasse zwischen Hamburg und Hannover. Die Veranstalter hatten mit bis zu 1.000 Teilnehmern gerechnet. Schon bei der bislang letzten großen Demo am gleichen Ort im Jahr 2023 war die Beteiligung ähnlich hoch.

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Mundt machte die Kernforderung seiner Initiative deutlich: Die 14 Milliarden Euro, die der Bund für die Neubautrasse einplant, sollten stattdessen in das Schienenausbauprojekt Alpha E und in den Nahverkehr fließen. „Das bringt sofort Kapazitäten auf die Schiene”, sagte er. 

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Hintergrund sind jahrzehntelange Planungen der Deutschen Bahn für eine neue Hochgeschwindigkeitsverbindung entlang der Autobahn 7. Lokalpolitiker und Bürgerinitiativen lehnen diesen Neubau ab und fordern stattdessen den Ausbau der Bestandsstrecke über Celle, das sogenannte Projekt Alpha E.

Stefan Mundt, Bürgeriniative Trassenalarm, kämpft gegen die Neubautrasse. Foto: JOTO

Auch Svenja Stadler (SPD), Bundestagsabgeordnete für den Landkreis Harburg, schloss sich dem Protest an und fand deutliche Worte. Sie verwies auf ein Dialogforum aus dem Jahr 2015, in dem Kommunen, Land, Bund und die Deutsche Bahn gemeinsam einen Konsens für Alpha E erarbeitet hatten. Daran halte sich die Bahn jetzt nicht mehr. 

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„Es ist schon ein bisschen Verarschung des Bürgers, wenn die Deutsche Bahn einfach weitermacht und gar nicht auf den Konsens achtet und das, was man vereinbart hat. Das gehört sich einfach nicht”, sagt Stadler. Sie forderte ihre Kolleginnen und Kollegen in Berlin auf, genauer hinzuschauen und sich nicht allein auf die Darstellungen eines großen Konzerns zu verlassen.

Protest soll in Berlin ankommen

Der CDU-Landtagsabgeordnete André Bock betonte die Bedeutung des öffentlichen Drucks. Solche Proteste seien wichtig, damit auch in Berlin wahrgenommen werde, wie die Menschen in der Region denken. Ein Neubau gehe durch Dörfer und Höfe und zerstöre Strukturen, die über Jahrhunderte gewachsen seien. 

Die Demonstration startete auf dem Edeka-Parkplatz am Saal. Foto: Hamann
Die Demonstration startete auf dem Edeka-Parkplatz am Saal. Foto: Hamann

Bock verwies außerdem auf ein sicherheitspolitisches Argument: „In Zeiten, in denen die Infrastruktur auch für den Transport von Material und Menschen ertüchtigt werden müsse, ist der Ausbau des Bestands dringlicher als ein Neubau von Nord nach Süd.” Er sei bereits vor zehn Jahren im Landtag dabei gewesen, als der Beschluss für Alpha E gefasst worden sei.

Emily Weede (CDU), Bürgermeisterin Seevetal, sprach auf der Kundgebung in Meckelfeld. Foto: JOTO
Emily Weede (CDU), Bürgermeisterin Seevetal, sprach auf der Kundgebung in Meckelfeld. Foto: JOTO

Seevetals Bürgermeisterin Emily Weede (CDU) rief die Versammelten zur Geschlossenheit auf. „Wenn wir hier zusammenstehen, wir hier in der gesamten Region und das Land Niedersachsen, dann kommt keiner an uns vorbei. Keiner”, sagt sie unter dem Applaus der Menge. Die Politik müsse mit den Bürgern gemacht werden, nicht gegen sie.

Neben den Rednern aus Politik und Bürgerinitiative schlossen sich auch der NABU Niedersachsen und die Kreisjägerschaft dem Protest an. Trassenalarm kündigte an, eine sogenannte Seevetaler Resolution mit gesammelten Unterschriften direkt an das Bundesverkehrsministerium zu übergeben. (JOTO/Dh)

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