Seevetal/Hamburg. Ausnahmezustand auf der Bahnstrecke zwischen Hamburg und Bremen: Am Samstag musste die Verbindung gleich mehrfach gesperrt werden. Reisende brauchen auch jetzt starke Nerven und viel Zeit. Das Eisenbahnunternehmen metronom rät seit den Abendstunden von nicht notwendigen Zugfahrten ab.
Los ging das Chaos am Samstagmittag mit einem Ast auf der Bahnstrecke. Ein ICE musste seine Fahrt zwischen Buchholz und Harburg vorübergehend einstellen. Die Störung wirkte sich auch auf die metronom-Züge der Linien RE 4 und RB 41 aus. Kurze Zeit später musste die Strecke komplett gesperrt werden. Auf der gesamten Verbindung kam es zu hohen Verspätungen und Ausfällen auf einzelnen Streckenabschnitten.
Auch die Zugverbindung RE 3 und RB 31 des metronom waren betroffen. „Weil sich die Züge auf der Bremer Schiene aufstauen, wird es auch auf der Strecke zwischen Hamburg und Lüneburg sehr voll. Leider kommt es auch dort zu einzelnen Zugausfällen und Verspätungen”, teilte das Eisenbahnunternehmen metronom mit.
Gegen 15.40 Uhr gab das Eisenbahnunternehmen metronom Entwarnung. Der Baum sei weg, der ICE auf dem zuvor gesperrten Streckenabschnitt auch. Das Unternehmen warnte jedoch weiterhin vor Verspätungen und Teilausfällen. Die Erleichterung währte nur kurz: Um 16.52 Uhr musste die Strecke bei Buchholz erneut gesperrt werden, weil unbefugte Personen im Gleisbereich entdeckt worden waren.
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Oberleitung beschädigt
So richtig Fahrt nahm die Eisenbahnverbindung für Reisende auch danach nicht auf. Um 18.33 Uhr musste die Strecke zwischen Buchholz und Bremen schon wieder gesperrt werden. Betroffen sind die Linien RE 4 und RB 41. „Die Oberleitung wurde heute Vormittag leider stärker beschädigt. Für die Reparatur wird ein spezieller Zug benötigt. Damit dieser eingesetzt werden kann, muss die Strecke wieder gesperrt werden”, heißt es seitens des metronom.
Reisende müssen massiv Zeit und Verspätungen einplanen. Ein Busnotverkehr zwischen Bremen und Buchholz soll aktuell eingerichtet werden. Doch damit nicht genug: Um 19.25 Uhr kam noch eine Weichenstörung dazu. Seit diesem Zeitpunkt rät metronom von nicht notwendigen Zugreisen ab. „Es gibt auf der gesamten Strecke Verspätungen, Ausfälle und nicht vorhersehbare Störungen”, sagte ein Sprecher.
Das Eisenbahnunternehmen metronom bittet Fahrgäste, keine neuen Fahrten zwischen Hamburg und Bremen anzutreten, wenn es nicht unbedingt sein muss. Wer bereits unterwegs sei, solle geduldig sein. Das Bahn-Chaos hat auch Auswirkungen auf die Strecken RE 3 und RB 31 zwischen Hamburg, Lüneburg und Uelzen.
„Es tut uns leid – wir sind genauso ratlos und genervt wie ihr”, teilte metronom mit. Auf Nachfrage bestätigten Deutsche Bahn und metronom eine Streckensperrung zwischen Hamburg und Bremen. Nach Aussage eines Bahnsprechers liegt dies an der Reparatur einer Oberleitung. Wie lange die Streckensperrung noch anhält, konnte niemand sagen. Der Fernverkehr soll von der Sperrung nicht betroffen sein. Ein Gleis bei Tostedt soll für den Güter- und Fernverkehr befahrbar sein. (dh)
Update 21.45 Uhr: Wie der Metronom am Abend mitteilte, sei die Strecke wieder frei. Trotzdem werde es vermutlich bis zum Sonntagmorgen dauern, bis ein normaler Betrieb laufe. Grund seien aktuelle Verspätungen von bis zu 140 Minuten.
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