Seevetal. Die Freien Wähler wollen das Vergabeverfahren für den Seevetaler Löwen grundlegend ändern. Fraktionsvorsitzender Timo Röntsch hat einen Antrag eingereicht, wonach die kommunale Auszeichnung künftig nicht mehr allein durch die Bürgermeisterin oder den Bürgermeister vergeben werden soll. Stattdessen soll ein demokratisch legitimiertes Gremium über die Ehrung entscheiden.
Der Seevetaler Löwe würdigt Menschen, die sich in herausragender Weise um die Gemeinde verdient gemacht haben. Die Auszeichnung ehrt außergewöhnliches ehrenamtliches Engagement und besonderen Einsatz für das Gemeinwohl. Sie hat sich als wichtiges Instrument der Anerkennungskultur in Seevetal etabliert und genießt hohes Ansehen in der Bevölkerung.
Zu den bisherigen Preisträgern gehören Gabriele Maidorn, die 25 Jahre lang die Gemeindebücherei leitete, und Julia Welsch, die den Verein zur Hilfe tot aufgefundener Haustiere gründete. Matthias Wübbe wurde für sein jahrzehntelanges Engagement im Schützenverein und Ortsrat ausgezeichnet, Ingo Knedel für herausragende Verdienste um die Gemeinde. Ulf Alsguth erhielt den Löwen für jahrzehntelanges ehrenamtliches Engagement, Ingo Becker für die Gründung der Schwimmfreunde und langjährige Vereinsarbeit.
Sechs Argumente für mehr Transparenz
Die Freien Wähler begründen ihren Antrag mit sechs Argumenten. Eine Entscheidung durch ein demokratisch gewähltes Gremium stärke die Akzeptanz der Auszeichnung in der Bevölkerung. Ein Gremium bringe unterschiedliche Blickwinkel und Kenntnisse über verschiedene Bereiche des Gemeindelebens ein. Zudem erhöhe ein strukturiertes Auswahlverfahren die Nachvollziehbarkeit und minimiere den Anschein von Willkür. Weitere Punkte sind die größere Öffentlichkeitswirkung, die Entlastung der Verwaltungsspitze und die Kontinuität unabhängig von Personalwechseln.
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Die Fraktion schlägt zwei Varianten vor. Der Verwaltungsausschuss könne die Aufgabe übernehmen, da er aus gewählten Ratsmitgliedern besteht und einen Querschnitt der politischen Meinungen repräsentiert. Alternativ ließe sich ein spezielles Ehrungskomitee einrichten, das sich aus Vertretern der Ratsfraktionen, der Bürgermeisterin, Vereinsvertretern und möglicherweise früheren Preisträgern zusammensetzt.
Über den Antrag wird auf der kommenden Gemeinderatssitzung am Mittwoch, 17. Februar beraten und abgestimmt. (tj)
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