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Seevetal/Klecken. Mit Klappstühlen und Decken unterm Arm strömten am Pfingstmontag etwa 550 Besucherinnen und Besucher zum Hünengrab in den Klecker Wald. Bei bestem Wetter feierten sie gemeinsam den traditionellen Waldgottesdienst des Evangelisch-lutherischen Kirchenkreises Hittfeld. Die fröhliche Gemeinschaft genoss den besonderen Gottesdienst in der Natur.
Superintendent Dirk Jäger und Pastorin Julia Neuschwander aus Handeloh leiteten den Gottesdienst gemeinsam. Für die jüngsten Besucher hatte Diakon Rüdiger Sawatzki einen eigenen Kindergottesdienst organisiert. Posaunenbläser aus dem Kirchenkreis sorgten unter der Leitung von Landesposaunenwart Lennart Rübke und Kirchenmusiker Wolfgang Hofmann aus Buchholz für die musikalische Gestaltung.
In seiner Predigt beschrieb Jäger die Tendenz, dass Menschen heute stärker als früher nur noch in ihren eigenen Blasen kommunizieren. Ohnehin vorhandene Haltungen und Einstellungen würden verstärkt. Die nötige Auseinandersetzung mit anderen Standpunkten unterbleibe. „Rechte und Linke, Stromer und Verbrenner-Fans bleiben jeweils unter sich, Veganer und Schnitzelfarmbesucher ziehen übereinander her, Gender-Fighter und Gender-Hasser empören sich übereinander und bauen an ihren Feindbildern”, sagte Jäger.
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Ermutigung zum Dialog mit Andersdenkenden
Bei allen Vorzügen des Internets sei die Schwelle, mit anders gestrickten Mitmenschen ins Gespräch zu kommen, nicht kleiner geworden. Allerdings sei dieses Phänomen nicht wirklich neu. Auch die Jünger Jesu hätten sich nach seinem Tod zurückgezogen in die eigene Wagenburg. Erst der auferstandene Jesus selbst habe sie aus dieser Lage herausgeholt und beauftragt, die Sache Jesu weiterzuführen.
„Nehmt hin den Heiligen Geist”, das sei Zusage und Auftrag zugleich. Gottes Atem führe hinaus aus allen Begrenzungen des Lebens. Jäger ermutigte dazu, sich einzulassen auf Gespräche und Kontakte mit anders denkenden Menschen, ihre Fragen und Sorgen zu verstehen und ernst zu nehmen.
Gerade in einer Zeit, in der die Verständigung darüber, wie man miteinander leben will, ungemein wichtig sei, biete Pfingsten eine gute Gelegenheit. Es sei eine gute Zeit, sich der Nähe Gottes zu vergewissern und sich auf den Weg zu machen ins Weite, auch wenn das zuweilen anstrengend sei. Gottes Geist und langer Atem sei immer schon ein guter Gegenentwurf zur Schnappatmung der Welt gewesen und derzeit vielleicht gefragter denn je.
Zum Abschluss sangen alle gemeinsam den musikalischen Klassiker des Waldgottesdienstes „Geh’ aus mein Herz”. Anschließend unterhielten sich die Besucher noch angeregt bei Kaffee und Kuchen. Die Feuerwehr Klecken sorgte für Sicherheit und technische Unterstützung, das Deutsche Rote Kreuz Tostedt zeigte sich für den Sanitätsdienst verantwortlich. Kaffee und Tee brachten die Kirchengemeinden Handeloh, Heidenau und Sprötze mit in den Wald.
Die Kollekte des Gottesdienstes in Höhe von 2.510 Euro geht je zur Hälfte an die Beratungsstelle BISS, die Interventionsstelle bei häuslicher Gewalt des Diakonischen Werkes im Kirchenkreis, und an die Initiative VerständigungsOrte der Evangelischen Kirche in Deutschland und der Diakonie in Deutschland. (dh)
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