
Seevetal/Karoxbostel. Wie haben unsere Vorfahren Konflikte gelöst? Welche Lehren können wir aus vergangenen Gesellschaftsformen ziehen? Und wie stellen sich Jung und Alt das Zusammenleben der Zukunft vor? Diesen Fragen widmet sich eine Kultursommerveranstaltung an der Wassermühle Karoxbostel. Der Verein Wassermühle Karoxbostel lädt gemeinsam mit dem Gymnasium Meckelfeld, dem Archäologischen Museum Hamburg und dem Pfadfinder-Stamm Thomas Morus am Samstag, 9. Mai, ab 15 Uhr zu der Veranstaltung mit dem Titel „Neue Wege und uralte Spuren” ein.
Den Auftakt bildet ein bebilderter Vortrag des Kreisarchäologen Dr. Jochen Brandt. Anhand aktueller archäologischer Beispiele aus Seevetal wirft er einen Blick auf Themen, die uns auch heute bewegen: Klima, Migration und Konflikte. Wie haben Menschen in der Vergangenheit mit ihrer häufig herausfordernden biologischen und sozialen Umwelt interagiert? Brandt bricht diese großen Themen auf das alltägliche Leben der früher in Seevetal Lebenden herunter.
Im Anschluss erarbeiten die Teilnehmer in einem Workshop ihre Wünsche und Vorstellungen für zukunftsweisende Formen des Zusammenlebens. „Das soziale Zusammenleben hat sich in den Jahrtausenden bis heute stark verändert. Bei unserer Veranstaltung wollen wir diese Veränderungen mit jüngeren und älteren Menschen herausarbeiten. Mit dem Ziel, dass die Jungen und die Älteren benennen, wie sie sich für die Zukunft das Zusammenleben in der Gesellschaft vorstellen und wünschen”, sagt Emily Weede, Vorsitzende des Mühlenvereins und Bürgermeisterin der Gemeinde Seevetal.
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Moderiert wird der Workshop von Olaf Lakämper, Schulleiter des Gymnasiums Meckelfeld. „Können wir vielleicht etwas übernehmen von den früheren Gesellschaftsstrukturen? Inwieweit können sie hilfreich sein, neue Wege für ein besseres Miteinander in der Gesellschaft zu finden?”, fragt Lakämper. Auf dem Podium sitzen neben Dr. Jochen Brandt die Bauamtsleiterin der Gemeinde Seevetal, Katrin Hilpert, Gisela Schöning und Karl-Friedrich Roth vom Wohnprojekt ZuHause e.V. in Hannover-Linden, Margarete Betz und Anne Behrends vom Wohnprojekt GaGa in Stade sowie Pfadfinder André Mevius.
Ergebnisse in einer Ausstellung
„Wir möchten Kindern und Jugendlichen einen Zugang zur Natur eröffnen und Alternativen zur Vereinsamung vor Computer und Social Media anbieten”, sagt Mevius über die Motivation der Pfadfinder, sich an dem Projekt zu beteiligen. Die Ergebnisse des Workshops werden dokumentiert und in einer Ausstellung präsentiert. „Auf diese Weise möchten wir zu einer noch breiteren Diskussion über neue Wege und Möglichkeiten des Zusammenlebens anregen”, erläutert Weede. „Gemeinsam wollen wir neue Perspektiven für Möglichkeiten des Zusammenlebens unterschiedlicher Altersgruppen entwickeln und uns dabei auch von bereits laufenden Wohnprojekten inspirieren lassen”, ergänzt Lakämper. Nach dem Workshop können die Teilnehmer bei Getränken und einem kleinen Imbiss weiter miteinander im Gespräch bleiben.
Kultursommer mit mehr als 150 Veranstaltungen
Der Kultursommer im Landkreis Harburg umfasst mehr als 150 Veranstaltungen, die noch bis Ende September stattfinden. Die Bandbreite reicht von Ausstellungen und Konzerten über Workshops, Filme und Führungen bis hin zu Aktionstagen und Kinderprogrammen. Organisiert wird der Kultursommer vom Kulturlandkreis Harburg. Kultur im Dialog, einer Initiative des Freilichtmuseums am Kiekeberg, des Landkreises Harburg und der Sparkasse Harburg-Buxtehude. Der Verein Wassermühle Karoxbostel gehört zu den zehn Projekten, die mit dem Kultursommerpreis 2026 zum Motto „Neue Wege” ausgezeichnet wurden. (tj)

















