Seevetal. Die sanierte Bahnstrecke zwischen Hamburg und Berlin geht erst Mitte Juni wieder vollständig in Betrieb. Die Deutsche Bahn nimmt die Verbindung in zwei Stufen wieder auf: Ab Freitag, 15. Mai, fahren zunächst Regionalzüge auf dem nördlichen Abschnitt, ab Sonntag, 14. Juni, dann auch wieder alle Fernzüge auf der direkten Route.
Vom 15. Mai an verkehren Regionalzüge zwischen Hamburg und Hagenow Land wieder regulär. Damit sind auch die Verbindungen nach Schwerin, Rostock und Stralsund wiederhergestellt. Allerdings bleibt ein Teil des Ersatzverkehrs mit Bussen noch bis Mitte Juni bestehen. Fernzüge wie ICE und Flixtrain zwischen Hamburg und Berlin müssen weiterhin Umleitungsstrecken nutzen.
Erst ab dem 14. Juni steht die gesamte Strecke Hamburg-Berlin wieder zur Verfügung. Dann fahren Fern‑, Regional- und Güterzüge wieder auf dem normalen Weg. Die Bahn will das Angebot sogar erweitern und unter anderem zusätzliche Flixtrain-Verbindungen anbieten.
Grund für die Verzögerung ist ein ungewöhnlich strenger Winter. Frost und Schnee haben die Bauarbeiten seit Januar verlangsamt.
165 Kilometer Gleise erneuert
Der Umfang der Sanierung ist beachtlich: Die Bahn hat 165 Kilometer Gleise erneuert und fast 250 Weichen ersetzt. Sechs neue Überleitstellen sind entstanden, sechs neue Stellwerke gebaut und 19 weitere modernisiert worden. Insgesamt 28 Bahnhöfe wurden modernisiert. Zudem bereitet die Bahn die Strecke für das europäische Zugsicherungssystem ETCS vor.
Qualitätsoffensive ab 1. Mai
Parallel startet ab Freitag, 1. Mai, eine Qualitätsoffensive auf der Strecke Hamburg-Hannover. Allerdings mit angepasstem Baukonzept, weil weiterhin Umleitungen für den Verkehr zwischen Hamburg und Berlin nötig sind, so die Bahn.
Für die Arbeiten wird der Streckenabschnitt Celle – Hannover wie vorgesehen am 1. Mai vollständig gesperrt. Auf dem Abschnitt Celle – Uelzen werden bis zum 14. Mai noch Güterzüge, im Abschnitt Uelzen – Lüneburg noch Fern- und Güterzüge verkehren. Vom 14. Juni an wird der gesamte Streckenabschnitt für die Qualitätsoffensive gesperrt. Der Umfang der in diesem Konzept durchführbaren Maßnahmen wird dementsprechend geringer sein als geplant.
Emily Weede, Bürgermeisterin von Seevetal, kritisiert die Pläne der Bahn scharf. „Ich bin empört, aber nicht überrascht, dass die Bahn nicht im zugesagten Umfang die Arbeiten bei der Qualitätsoffensive Hamburg-Hannover durchführen will”, sagt Weede gegenüber seevetal-aktuell.de. Hier solle zusätzlicher Druck erzeugt werden, um eine Entscheidung für die Neubaustrecke durchzudrücken. Die Bahn bleibe ihrem unredlichen Gebaren in Bezug auf die Neubaustrecke Meckelfeld-Hannover treu, so die Bürgermeisterin. (tj)















