Großübung in Hittfeld: Katastrophenschutz probt Ernstfall mit Bundeswehr

Die Technische Einsatzleitung des Landkreises Harburg übte in Hittfeld den Katastrophenfall. Foto: Landkreis Harburg
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Seevetal/Hittfeld. Großbrand, zahlreiche Schwerverletzte und komplexe Abstimmungen mit der Bundeswehr: Die Technische Einsatzleitung des Landkreises Harburg hat vor kurzem in der Feuerwehrtechnischen Zentrale in Hittfeld eine groß angelegte Katastrophenschutzübung durchgeführt. Gemeinsam mit der Kreisverwaltung und dem Kreisverbindungskommando der Bundeswehr probten die Einsatzkräfte den Ernstfall. 

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Landrat Rainer Rempe betont die Bedeutung solcher Übungen. „Die Sicherheit der Menschen im Landkreis Harburg hat für uns oberste Priorität”, sagt er. Im Ernstfall sorgten vielfach ehrenamtliche Einsatzkräfte mit hoher Professionalität für Schutz und Hilfe in außergewöhnlichen Lagen. „Eine Übung dieser Größenordnung macht jedoch deutlich, wie komplex moderne Schadenslagen sein können”, sagt Rempe. Umso wichtiger sei es, Zuständigkeiten, Abläufe und Kommunikation regelmäßig zu proben. 

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Fiktives NATO-Szenario als Grundlage

Im Mittelpunkt stand die Bewältigung eines Massenanfalls von Verletzten mit mehr als 50 Personen. Grundlage war ein fiktives Szenario in Zusammenhang mit der vor wenigen Wochen in Norddeutschland durchgeführten NATO-Übung „Steadfast Dart 26”. Die Annahme: In Buchholz war bei Möbel-Kraft ein Convoy Support Center eingerichtet worden, eine Logistikdrehscheibe zur täglichen Betankung, Versorgung und Unterbringung von bis zu 300 Fahrzeugen und rund 600 Angehörigen europäischer NATO-Streitkräfte.

Im Übungsszenario kam es an einem Samstag um die Mittagszeit zu einer heftigen Verpuffung in einem Küchenzelt mit angrenzendem Verpflegungsbereich, in dem sich rund 120 Personen aufhielten. Mehrere Zelte auf dem Logistikgelände brannten lichterloh. Rauch und Funken drangen ins Innere des angrenzenden Möbel-Kraft-Komplexes ein, der genauso wie weitere umliegende Gebäude evakuiert werden musste. Eine erste Sichtung ergab 18 schwer‑, 37 mittelschwer- und 42 leichtverletzte Personen.

Landrat Rempe rief im Planspiel um 12.45 Uhr den Katastrophenfall für den Landkreis Harburg aus. Die Technische Einsatzleitung und der Katastrophenschutzstab der Kreisverwaltung übernahmen die Lageführung. Sie koordinierten die Versorgung und den Abtransport der Verletzten, die Räumung und Sicherung des Geländes in Abstimmung mit der Bundeswehr sowie das Löschen der Brandherde.

Der intensive Übungstag begann mit fachlichem Input, etwa zum Umgang mit militärischen Sicherheitsbereichen und zum Trinkwasser-Notversorgungskonzept des Landes Niedersachsen. Am Nachmittag arbeiteten die Mitglieder der Technischen Einsatzleitung das Szenario in mehreren Stunden intensiver Stabsarbeit unter realitätsnahen Bedingungen ab. TEL, KVK und Kreisverwaltung zogen ein zufriedenes Fazit: „Es war ein herausfordernder Tag mit einem bisher nicht bekannten Szenario, der deshalb zahlreiche wertvolle Erkenntnisse für die Optimierung der gemeinsamen Stabsarbeit mit sich brachte”, sagen sie. (dh)

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