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Seevetal. Spiegelglatte Straßen, gestrichener Winterdienst, verunsicherte Bürger: Was sich am Montag, 16. Februar, in Seevetal abspielte, soll sich nicht wiederholen. Die Fraktion der Freien Wähler im Gemeinderat hat jetzt einen umfassenden Maßnahmenkatalog als Antrag für den nächsten Gemeinderat vorgelegt, der die Gemeinde für künftige Krisen wappnen soll.
Nach Meinung der Fraktion hätten die vergangenen acht Wochen deutlich gemacht, dass es in Seevetal an einem funktionierenden Krisenmanagement für den Winterdienst fehlt. Streusalzmangel, Einstellung des Winterdienstes, Glättechaos, fehlende Priorisierungslisten und mangelnde Krisenkommunikation hätten diese Phase geprägt. Der Höhepunkt sei die Mitteilung zur kompletten Einstellung des Streudienstes Mitte Februar gewesen.
Timo Röntsch, Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler, will die Gemeinde nun zum Handeln bewegen. Seine Fraktion bringt vier zentrale Maßnahmen in den Rat ein, die dort abgestimmt werden sollen. Ziel ist es, die Seevetaler Bürger künftig vor solchen Situationen zu schützen.
Verbindlicher Notfallplan soll Prioritäten regeln
Das Herzstück des Antrags ist die Erstellung eines verbindlichen Notfall-Winterdienstplans. Dieser soll klare Prioritätenlisten für das Räumen und Streuen enthalten, etwa für Schulwege und Rettungswege. Auch die Definition von Mindestvorräten und die Nutzung alternativer Streumittel wie Gurkenwasser – in Bayern bereits eine Alternative zum Streusalz – sind vorgesehen. Zudem sollen gestufte Notfallmaßnahmen bei Materialknappheit geregelt werden. Ein wichtiger Baustein ist die Kommunikationsstrategie bei Krisensituationen mit eindeutigen Verantwortlichkeiten. Der Plan soll auch Zeitachsen und Handlungsempfehlungen für besonders gefährdete Personengruppen umfassen.
Vier Maßnahmen gegen künftige Winterkrisen
Als zweite Maßnahme fordern die Freien Wähler eine Überprüfung und Neuverhandlung der Winterdienstverträge. Dabei geht es um Streusalzversorgung, Lagerhaltung, Notfallreserven und alternative Streumittel. Die Verwaltung soll dem Rat anschließend berichten und Handlungsempfehlungen vorlegen. Die dritte Maßnahme sieht eine externe Evaluierung des Winters 2025 bis 2026 vor.
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Diese Untersuchung soll die Chronologie der Salzengpässe und deren organisatorische Ursachen darstellen. Auch die Kommunikation mit Bürgern und Medien soll bewertet werden. Ein Vergleich mit anderen Kommunen in Niedersachsen ist geplant, ebenso die Identifikation struktureller Defizite im Krisenmanagement. Konkrete Handlungsempfehlungen zur Verbesserung in künftigen Wintern sollen dem Rat vorgelegt werden.
Umfassendes Konzept für bessere Krisenvorsorge
Die vierte Maßnahme zielt auf die Zukunft: Die Freien Wähler wollen ein Konzept für einen kommunalen Krisenstab aufstellen lassen. Dieser soll bei schwerwiegenden Ereignissen wie Winterchaos, Unwetter oder Infrastrukturausfällen aktiviert werden können. Das Konzept soll Zuständigkeiten, Alarmierungswege, Kommunikationsstrukturen und Entscheidungsbefugnisse regeln. Damit will die Fraktion die Gemeinde nicht nur für den Winterdienst, sondern für verschiedene Krisenszenarien besser aufstellen. (tj)
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