
Seevetal/Hittfeld. Rund 400 Bürger füllten am Donnerstagabend die Burg Seevetal in Hittfeld, um sich über die geplante ICE-Neubautrasse zwischen Hamburg und Hannover und ihre Auswirkungen zu informieren. Das Veranstaltungszentrum war vor Beginn um 19 Uhr bereits mit hunderten Interessierten und Gegner des Bahnprojekts gefüllt, das durch Seevetal, den Landkreis Harburg und die Region führen soll.
Das Interesse an der Veranstaltung reichte weit über Seevetal hinaus. Bürger aus Soltau, Bispingen und Salzhausen waren angereist, um ihren Widerstand zu zeigen. „Das Interesse an der Veranstaltung war groß”, stellt Stefan Mundt, erster Vorsitzender des Vereins Trassenalarm, fest. „Es hat sich gezeigt, dass es nicht nur ein regionales Thema vor Ort, sondern für die ganze Region und über Ortsgrenzen hinweg ist”, sagt Mundt.
Auf dem Podium machte eine breite Reihe von Rednern ihre Position deutlich. Emily Weede, Bürgermeisterin von Seevetal, sprach ebenso wie Jörg Kraus, Bürgermeister der Gemeinde Gödenstorf und Jäger. Dr. Peter Dörsam, Samtgemeindebürgermeister der Samtgemeinde Tostedt und Sprecher des Projektbeirates Alpha‑E, Ernst-Dieter Meinecke, stellvertretender Präsident der Landesjägerschaft Niedersachsen, Ulrich Bernstorff, Vorsitzender des Naturschutzverbandes Niedersachsen, und Horst Dieter Peters, Betreiber und Besitzer des Arche Hofs in Lütten Jehrden, trugen ihre Argumente und Sorgen für die Region vor. Mundt leitete die Informationsveranstaltung.
+++ Melde dich jetzt für unseren WhatsApp-Newsticker an und erhalte die wichtigsten Nachrichten direkt auf dein Handy! – Hier klicken und abonnieren +++
Politischer Rückhalt kam auch aus Hannover
„Ein besonderer Dank gilt Grant Hendrik Tonne, Niedersächsischer Minister für Wirtschaft, Verkehr und Bauen für seine Videobotschaft. Ebenso danken wir für den starken Rückhalt aus Hannover, unserem Ministerpräsident Olaf Lies”, sagt Mundt. Alle Redner forderten gemeinsam ein klares Bekenntnis zu Alpha‑E, der Alternative zur Neubaustrecke.
„Wir brauchen kein zweites Stuttgart 21 und schon gar nicht hier”, sagt Mundt mit Blick auf das umstrittene Bahnprojekt in der baden-württembergischen Landeshauptstadt.
Sorge um Rotwild und Landwirte
Die Redner machten deutlich, wie sich das Neubauprojekt der Deutschen Bahn auf Umwelt und Natur auswirken würde. Neben den Folgen für die Landschaft wurden auch die Konsequenzen für Landwirte und die in der Region lebenden Wildtiere angesprochen. Die Bahntrasse würde etwa ein derzeit noch intaktes Wanderungsgebiet für Rotwild durchtrennen.
Große Demonstration in Meckelfeld angekündigt

Weitere Veranstaltungen für Bürger in der Region sind bereits in Planung, wie Mundt am Freitagvormittag im Gespräch mit seevetal-aktuell.de mitteilte. Noch vor den Sommerferien plant Trassenalarm e.V. eine große Demonstration durch Meckelfeld, wie bereits im Juni 2023 – seevetal-aktuell.de berichtete. Damals waren rund 500 Menschen in Meckelfeld auf die Straße gegangen, um gegen das Projekt zu demonstrieren. Weitere Informationen zur Demonstration in diesem Jahr sollen rechtzeitig folgen. (dh)















