Azubis und Rentner können sich Mieten im Landkreis Harburg kaum leisten

Foto: Foto: IG BAU | Nils Hillebrand
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Seevetal/Landkreis Harburg. Rund 2.620 Auszubildende im Landkreis Harburg haben ein Problem: Viele von ihnen wohnen noch bei ihren Eltern. Und das nicht immer freiwillig, sondern weil sie sich eine eigene Wohnung nicht leisten können. Darauf weist Achim Bartels von der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) hin. 

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Bartels bezieht sich dabei auf den aktuellen „Sozialen Wohn-Monitor” vom Pestel-Institut, den die Gewerkschaft mit in Auftrag gegeben hat.„Tragisch ist es, wenn ein Ausbildungsvertrag nicht zustande kommt, weil das Wohnen zu teuer ist”, sagt Bartels. Der Bezirksvorsitzende der IG BAU Hamburg warnt davor, dass Jugendliche weder eine Wohnung noch ein Zimmer in einer Wohngemeinschaft in der Nähe des Ausbildungsbetriebs bezahlen können. Das könne sich die heimische Wirtschaft nicht erlauben. 

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Auch die geburtenstarken Jahrgänge trifft die Wohnungsnot hart. Rund 36.300 Baby-Boomer im Landkreis Harburg werden nach Berechnungen des Pestel-Instituts bis 2035 komplett in Rente sein. „Viele der Baby-Boomer im Kreis Harburg bekommen nur eine niedrige Rente. Denn sie haben oft Phasen von Arbeitslosigkeit hinter sich. Außerdem haben sie ganz häufig auch für niedrige Löhne gearbeitet”, sagt Bartels. Wenn diese Generation in den nächsten Jahren in Rente gehe, würden sich etliche ihre bisherige Wohnung kaum oder gar nicht mehr leisten können. Sie würden sich regelrecht arm wohnen.

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Niedersachsen braucht 168.500 Sozialwohnungen

Die IG BAU fordert deshalb massiv mehr Sozialwohnungen. „Mieten kennen seit Jahren nur eine Richtung: nach oben. Das muss sich ändern. Wir brauchen wieder sinkende und damit bezahlbare Mieten”, sagt Bartels. Nur mehr günstiger Wohnraum sorge für Druck auf die Mieten am Markt. Der „Soziale Wohn-Monitor” nennt dabei eine konkrete Zielmarke: die Verdopplung von derzeit einer auf zwei Millionen Sozialwohnungen bundesweit bis zur Mitte des nächsten Jahrzehnts. 

„Bis 2035 muss es in ganz Niedersachsen 168.500 Sozialwohnungen geben”, sagt Bartels. Das bedeute 14.900 zusätzliche Sozialwohnungen für Niedersachsen pro Jahr. Um dieses Ziel zu erreichen, sei eine intensive Förderung durch den Bund und das Land Niedersachsen notwendig. „Die Fördergelder des Bundes müssen dabei schon gleich zum Baubeginn bereitstehen. Sie dürfen nicht erst über Jahre verteilt ausgeschüttet werden”, fordert Bartels. 

Außerdem müsse das Land eine öffentliche Statistik führen, um nachvollziehen zu können, wo wie viele Sozialwohnungen pro Monat neu gebaut worden sind. Der Regelstandard „Erleichtertes Bauen” könne helfen, günstiger zu bauen und damit für das gleiche Geld mehr Sozialwohnungen zu schaffen. (dh)

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