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Seevetal/Landkreis Harburg. Der 14. Februar ist nicht nur der Tag der Liebenden, sondern auch der Tag mit einer klaren Botschaft. Weltweit engagieren sich am Samstag Menschen in der Initiative One Billion Rising für ein Ende der Gewalt gegen Frauen und Mädchen. Der Landkreis Harburg nimmt den Aktionstag zum Anlass, auf die Hilfsangebote für betroffene Frauen aufmerksam zu machen.
In allen kreisangehörigen Schulen sowie im Kreishaus mit allen Außenstellen werden entsprechende Plakate aufgehängt. Die Plakate haben kleine Abrisszettel mit der Nummer 116 016 des Hilfetelefons Gewalt gegen Frauen sowie den regionalen Angeboten im Landkreis Harburg wie der Internetseite Gemeinsam gegen häusliche Gewalt.
Andrea Schrag, Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Harburg, sagt: „Wir wollen sensibilisieren und gleichzeitig unkompliziert auf Hilfeangebote aufmerksam machen.” Wer sich ebenfalls beteiligen möchte und beispielsweise in der Gastronomie, im Fitnessstudio oder im eigenen Unternehmen auch solche Abrisszettel aufhängen will, kann sich im Gleichstellungsbüro melden.
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Landrat Rainer Rempe unterstützt die Aktion gemeinsam mit den Vorstandsmitgliedern der Kreisverwaltung. „Wir wollen ein Zeichen für die Beendigung der Gewalt an Frauen setzen, Solidarität mit Betroffenen stärken und Prävention sowie gesellschaftlichen Dialog fördern”, sagt er. Alle seien aufgefordert, bei Gewalt gegen Frauen und Mädchen nicht wegzusehen, sondern aktiv zu werden und Hilfe zu bieten.
Gewalt hat viele Gesichter
Die Zahlen zeigen, wie nötig die Hilfsangebote sind. Gewalt gegen Frauen ist eine der häufigsten Menschenrechtsverletzungen. Das geht weit über körperliche Gewalt hinaus. Auch Bedrohungen, Beschimpfungen und Kontrolle sind ebenso Formen von Gewalt wie Cybermobbing oder Sexting im Internet. Betroffen sind Menschen aller sozialen Schichten und jeden Alters. „Es gilt leider immer noch: Wer als Mädchen geboren wird, ist in besonderem Maße gefährdet, Opfer von Gewalt zu werden”, sagt Andrea Schrag.
One Billion Rising fordert ein Ende dieser Gewalt und spricht sich für körperliche Selbstbestimmung und Gleichstellung aus. Die Initiative ruft dazu auf, die Ursachen von Gewalt zu erkennen, zu benennen und zu verbannen. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen leidet mindestens ein Drittel aller Frauen in ihrem Leben unter dieser Gewalt. Das sind eine Milliarde Frauen und Mädchen weltweit. „Gewalt gegen Frauen ist keine Privatsache, sondern geht uns alle an”, betont Andrea Schrag.
Dem Landkreis Harburg als Modellregion für das Thema häusliche Gewalt im Rahmen der Frauenrechtskonvention CEDAW sei der Einsatz gegen jede Form von Diskriminierung der Frau ein besonderes Anliegen. Hilfe finden Betroffene bei der Beratungsstelle BISS unter Rufnummer 04181–2197921, beim Frauenhaus im Landkreis Harburg unter Rufnummer 04181–217151, beim bundesweiten Hilfetelefon bei Gewalt gegen Frauen unter Rufnummer 116016 und bei der Beratungsstelle für gewaltbetroffene Mädchen und Frauen unter Rufnummer 04171–6008850.
Das Jugendamt des Landkreises ist unter Rufnummer 04171–693480 zu erreichen. Die Krankenhäuser Buchholz und Winsen gehören dem Projekt ProBeweis der Medizinischen Hochschule in Hannover an. Das Hilfsangebot richtet sich an Opfer von häuslicher oder sexueller Gewalt, die noch keine Anzeige erstatten wollen. In den Krankenhäusern können Verletzungen dokumentiert und Spuren professionell gesichert werden. Betroffene können ohne Termin in die Notaufnahme kommen. Im akuten Fall ist auch die Polizei unter der Notrufnummer 110 ansprechbar. Weitere Informationen gibt es auf www.gghglkh.de. (dh)
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