
Seevetal/Landkreis Harburg. Vom Dienstag, 25. November, bis zum 10. Dezember findet im Landkreis Harburg die 16-Tage-Kampagne gegen Gewalt an Frauen statt. Die kommunalen Gleichstellungsbeauftragten organisieren bereits zum zehnten Mal das umfangreiche Programm anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen.
In der Lotterie der Geburt entscheidet das Geschlecht noch immer über Sicherheit und Chancen, sagt Andrea Schrag, Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Harburg. Wer als Mädchen geboren wird, ist in besonderem Maße gefährdet, Opfer von Gewalt zu werden.
Die Zahlen zeigen den Handlungsbedarf: Jede vierte Frau in Deutschland ist von Gewalt betroffen. Im vergangenen Jahr kamen bundesweit 171.100 Fälle von Partnerschaftsgewalt zur Anzeige, ein Plus von 1,9 Prozent. 360 Frauen wurden 2023 Opfer von Femiziden. Im Landkreis Harburg hatte die Beratungsstelle BISS 2024 zu 557 Frauen Kontakt. Die spezialisierte Beratungsstelle für Gewaltopfer verzeichnete 155 Fälle. Im Frauenhaus fanden 24 Frauen mit 32 Kindern Zuflucht.
Mit der 16-Tage-Kampagne wollen wir ein klares Zeichen setzen, die Gesellschaft sensibilisieren und auf Hilfsangebote aufmerksam machen, betont Schrag. Sie kritisiert, dass die Politik entschlossenes Handeln verweigert. Das neu beschlossene Gewalthilfegesetz soll erst 2032 vollständig greifen. Gewalt gegen Frauen und Mädchen ist keine Randfrage, sondern ein Prüfstein für unsere Demokratie, sagt die Gleichstellungsbeauftragte.
Mahnwache und Veranstaltungen
Den Auftakt bildet am Dienstag, 25. November, um 17 Uhr eine Mahnwache in der Winsener Innenstadt zum Gedenken an die Opfer von Femiziden. In Jesteburg wird der Bereich rund um den Niedersachsenplatz vom 25. November bis 10. Dezember in orangefarbenes Licht getaucht. Zum Auftakt findet um 9.30 Uhr im Heimathaus eine Infoveranstaltung unter dem Titel „Gewalt gegen Frauen – hinsehen und handeln” statt. Das weitere Programm umfasst Selbstverteidigungskurse für Frauen und Mädchen in Winsen, Buchholz, Fleestedt und Seevetal.
Am Donnerstag, 27. November, wird um 17.30 Uhr im Movieplexx Kino Buchholz der Film „Nur eine Frau” über den Femizid an Hatun Sürücü gezeigt. Ein ökumenischer Gottesdienst am Freitag, 28. November, um 18.30 Uhr in St. Petrus Buchholz widmet sich der biblischen Gestalt der Tamar. Vor Behörden- und Verwaltungsgebäuden wird die UN-Fahne „Wir sagen Nein zu Gewalt gegen Frauen” gehisst.
In den Kirchenkreisen Hittfeld und Winsen werden großformatige Banner aufgehängt. Informationen zum vollständigen Veranstaltungsprogramm gibt es unter www.landkreis-harburg.de/16-tage-kampagne. (dh)














