Schock-Zahlen: 7.500 Wohnungen fehlen im Landkreis Harburg

Ein junger Mann hält eine Tafel in die Kamera auf der "Wohnung?" steht
Symbolbild
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Seevetal/Landkreis Harburg. Im Landkreis Harburg fehlen 7.500 Wohnungen. Das geht aus einer aktuellen Studie des Pestel-Instituts hervor. Die Wissenschaftler haben den Wohnungsbestand, die Bevölkerungsentwicklung sowie Prognosen für Arbeitsmarkt und Beschäftigung analysiert. Gleichzeitig stehen 1.640 Wohnungen seit einem Jahr oder länger leer. 

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Wer eine Wohnung sucht, sollte sich darauf aber keine Hoffnungen machen: Langzeit-Leerstände gehen kaum wieder in die Vermietung. „In den nächsten fünf Jahren müssen rund 2.390 neue Wohnungen im Landkreis Harburg gebaut werden – und zwar pro Jahr”, sagt Matthias Günther, Chef-Ökonom des Pestel-Instituts. Er hält dieses Pensum für nicht machbar. Im ersten Halbjahr dieses Jahres gab es nach Angaben des Statistischen Bundesamtes lediglich 437 Baugenehmigungen für neue Wohnungen im Landkreis Harburg. „Das reicht natürlich nicht. Der Neubau von Wohnungen im Kreis Harburg läuft mit angezogener Handbremse”, sagt Günther. 

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Forderung nach günstigem Baugeld

Der Institutsleiter fordert ein Zins-Programm vom Bund: „Maximal zwei Prozent Zinsen – teurer darf die Finanzierung beim Wohnungsbau nicht sein. Dann wären deutlich mehr private Bauherren und Investoren endlich wieder in der Lage, neue Wohnungen zu bauen”, sagt Günther. Mit einem Niedrigzins-Baugeld würde der Bund einen Turbo für den Neubau starten. 

Die Wissenschaftler haben die Analyse im Auftrag des Bundesverbandes Deutscher Baustoff-Fachhandel durchgeführt. Dessen Präsidentin Katharina Metzger vermisst klare Signale: „In Sachen Wohnungsbau passiert bei der Bundesregierung zu wenig. Nur das Schlagwort Wohnungsbau-Turbo geistert seit Monaten durch die Republik. Doch von einem Turbo kann keine Rede sein”, sagt Metzger. Selbst dort, wo es ein Plus bei den Baugenehmigungen gebe, passiere dies auf denkbar niedrigem Niveau.

Abbau von Vorschriften gefordert

Der Wohnungsbau sei ein wichtiger Motor der Binnenkonjunktur. „Deshalb ist es höchste Zeit, dass Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) den Wohnungsbau jetzt zur Chefsache macht”, fordert Metzger. Passiere nichts, verliere der Bau Tag für Tag Kapazitäten. Bauunternehmen gehen in die Insolvenz, Bauarbeiter verlieren ihre Jobs. Das Bauen sei zu kompliziert und zu teuer geworden. 

„Wenn der Bund alle Auflagen und Vorschriften der letzten zehn Jahre komplett zurücknehmen würde, dann könnten im Landkreis Harburg ziemlich schnell wieder deutlich mehr und deutlich günstigere Wohnungen gebaut werden”, sagt Günther. Der Institutsleiter wirft dem Bund vor, dem Wohnungsbau durch immer schärfere Gesetze viel unnötigen Ballast zugemutet zu haben. „Vor allem völlig überzogene Energiespar-Auflagen beim Neubau haben unterm Strich für die Umwelt wenig gebracht, das Wohnen aber enorm viel teurer gemacht”, sagt Metzger. (dh)

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