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Seevetal. Die Seevetaler Grünen haben sich entschieden: Sie lehnen die umstrittene Neubaustrecke der Deutschen Bahn durch Seevetal und die Heidedörfer ab. Das mag auf den ersten Blick überraschen, denn die Verlagerung des Verkehrs auf die Schiene und die bessere Vernetzung des Personennahverkehrs gehören zur DNA dieser Partei.
„Wir sind davon überzeugt, dass die Modernisierung der bestehenden Strecken die bessere Alternative ist“, sagt Peter Stielert, Ortsverbandsvorsitzender der Grünen gegenüber seevetal-aktuell.de. Um die Bürger zu informieren und wohl auch um den eigenen Standpunkt zu festigen, hatte Stielert zu einer Expertenanhörung in den „Treffpunkt Hittfeld“ geladen. Dr. Peter Dörsam als Sprecher des Projektbeirats Alpha E (Modernisierung Bestandsstrecken) und Reinhard Crasemann von den Bürgerinitiativen gegen den Trassenneubau als Kronzeugen eingeladen.
Eigentlich schien längst auf höchster Ebene geklärt, wie die bestehenden Engpässe der Bahn auf der wichtigen ICE-Strecke zwischen Hamburg und Hannover gelöst werden können. Im September 2023 hatten sich der Bund und das Land Niedersachsen geeinigt, zunächst nur die bestehende Strecke auszubauen. Knapp ein Jahr später sprach sich auch der damalige Bundesverkehrsminister Volker Wissing gegen einen Neubau aus.
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Dann der Schock im Juni 2025: Die Deutsche Bahn stellte ihre „Vorzugsvariante“ vor – mit einer neuen Trasse durch Seevetal und weiter entlang der Autobahn A7 sowie einem Ausbau der Strecke über Lüneburg mit einer Umfahrung des dortigen Engpasses.
Vor allem Dörsam legte überzeugend dar, wie die Argumente der Bahn lediglich von Prognosen gestützt werden, die sich aber durch die Bank schon jetzt als nicht zutreffend erwiesen hätten. Er legte den Verdacht nahe, dass hier eine Variante schön gerechnet wird. Nicht zu beweisen, aber eben auch nicht zu widerlegen ist die Behauptung, dass von einer Neubaustrecke vor allem der Hamburger Hafen profitieren würde. Eine Verkürzung der Nord-Süd-Strecke um 40 Kilometer würde auch die Kosten des Bahntransports verringern und damit unmittelbar die Wettbewerbschancen des Hamburger Hafens erhöhen.
Die Argumente sind längst ausgetauscht, neu ist das Argument „Deutschlandtakt“ mit dem unter anderem die Pünktlichkeit der Bahn deutlich und nachhaltig verbessert werden soll. Dörsam sieht auch dies kritisch: „Der Deutschlandtakt muss geändert und deutlich weniger ambitioniert entwickelt werden.“
Was bleibt nach diesem Abend? Nadja Weippert, Bürgermeisterin von Tostedt und als Landtagsabgeordnete der Grünen engagierte Kämpferin gegen die Neubautrasse: „Mehr Schienen sind nicht die Lösung. Die ganze Infrastruktur fällt auseinander, da müssen wir erstmal ran.“ (ag)


















