Seevetal/Meckelfeld. Fünf Monate nach dem Zusammenstoß des Intercity-Express 613 am 11. Februar mit einem Sattelschlepper auf einem Bahnübergang im Harburger Stadtteil Rönneburg – seevetal-aktuell.de berichtete - hat das Vossloh Rail Center ein Problem. Der Bahnübergang ist seit dem Unfall gesperrt, das Schienenwerk braucht aber eine leistungsfähige Zufahrt, um bestimmte Spezialschienen per Lkw zu transportieren. „Wir werden versuchen, mit der Gemeinde Seevetal eine Lösung zu finden“, sagt Vossloh-Sprecher Ivo Banik. Damit beendet er auch Spekulationen, das Schienenwerk werde zum Ende des Jahres dichtgemacht. Banik: „Ganz bestimmt nicht.“
Offenbar wird die Verbindung über die Landesgrenze hinweg schon genutzt, das berichten jedenfalls Anwohner und auch Banik hat das gegenüber seevetal-aktuell.de angedeutet. Der schmale, nur zum Teil befestigte Weg führt vom Schienenwerk südlich entlang der Bremer Bahnstrecke und mündet in Meckelfeld in den Hillenklint.
Bisher hatte sich nur die Harburger Bezirkspolitik für die Folgen des Unfalls interessiert. „Ich möchte wissen, wie weit diese Strecke noch im Bezirk Harburg liegt und ob sie überhaupt dem öffentlichen Verkehr gewidmet ist“, sagt Michael Sander, Co-Fraktionschef der Grünen in der Bezirksversammlung Harburg. Das sei aber auch für die Nachbargemeinde wichtig, denn auch in Niedersachsen gebe es für eine nicht gewidmete Strecke sicher keine Unterhaltungsmittel. Sander: „Wenn dieser Weg regelhaft mit Schwerlastern genutzt wird, stellt sich die Frage, wer für die Schäden aufkommt. Das darf ja eigentlich nicht an den Steuerzahlern hängen bleiben.“
Vossloh braucht jedenfalls diese Zuwegung, um bestimmte, mit höchster Präzision gefertigte Spezialschienen für Weichen zu transportieren. In der Regel werden bis zu mehr als 200 Meter lange Normalschienen per Eisenbahn transportiert.
Wie lange der Bahnübergang gesperrt bleibt oder ob er auf Dauer dicht gemacht wird, war nicht zu erfahren. Die Längenbegrenzung für Lkw auf zehn Meter in der Straße Reller war eine straßenverkehrsbehördliche Anordnung des Harburger Polizeikommissariats 46 – als Reaktion auf den Unfall. Zur Erinnerung: Am 11. Februar hatte sich ein mit Spezialschienen beladener Sattelschlepper in der engen Straßenkurve über den Bahnübergang festgefahren und war dann mit hoher Geschwindigkeit vom ICE gerammt worden. Dabei wurde ein ICE-Fahrgast tödlich verletzt.

Die Staatsanwaltschaft Hamburg hatte dann unter anderem gegen den Fahrer wegen des Verdachts auf fahrlässige Tötung ermittelt. Ergebnisse liegen noch nicht vor – sind zumindest noch nicht öffentlich. Ob die andauernde Schließung des Bahnübergangs mit neuen Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft zusammenhängt, ist auch nicht bekannt. (ag)
















