Seevetals „Eisvogelpapst” führt Naturfreunde zu verborgenen Brutplätze

Erich Becken am Junkernfeldsee. Foto: C Weede
Erich Becken am Junkernfeldsee. Foto: C Weede

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Seevetal/Hörsten. Der Junkernfeldsee in Seevetal ist zu einem wahren Paradies für Eisvögel geworden. Zu verdanken ist dies dem unermüdlichen Einsatz von Erich Becken, den viele auch liebevoll als „Eisvogelpapst” bezeichnen.

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Der 90-Jährige hat über Jahrzehnte hinweg Bruthöhlen für die scheuen Vögel geschaffen. Am Samstag, 17. Mai, gewährte Becken einer kleinen Gruppe von Naturfreunden, darunter Anne Strauch, Pressesprecherin der Gemeinde Seevetal, einen besonderen Einblick in die Welt der Eisvögel. 

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Hinter einer speziellen Schutzwand beobachteten sie das faszinierende Schauspiel der Jungvogelfütterung. „Die Eisvögel würden sofort verschwinden, wenn sie nur einen kleinen Finger von uns sehen”, sagt Becken.

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Erich Becken (90) zeigt Besuchern die versteckten Brutplätze der Eisvögel am Junkernfeldsee. Foto: Andreas Bell

Die Geduld der Beobachter wurde schnell belohnt. Nach wenigen Minuten zeigte sich ein Eisvogelpaar bei der Fütterung seiner Jungen. Ein besonderer Moment, denn die streng geschützten Vögel sind äußerst sensibel gegenüber Störungen.

Künstliche Brutwände als Erfolgsgeschichte

In ganz Seevetal hat Becken seine speziell entwickelten Nistwände errichtet. Die „Marke Becken” findet sich am Maschener und Steller See, am Junkernfeldsee sowie am Kiessee bei Karoxbostel und am Mühlenteich der Karoxbosteler Wassermühle. Die Konstruktionen bestehen aus Blechwänden mit kreisrunden Einfluglöchern, die zu Brutröhren in einem künstlich aufgeschütteten Steilufer führen.

„Zweitbruten sind bei Eisvögeln die Regel, Drittbruten häufig. Ich habe sogar schon beobachtet, dass Eisvögel ein viertes Mal brüten”, sagt Becken. Diese Erfolgsgeschichte ist besonders wichtig, da der NABU die Entwicklung der Eisvogelbestände in Deutschland als kritisch einstuft.

Begeisterte Besucher

Thomas Rejzek, der extra aus Schleswig-Holstein angereist war, zeigte sich beeindruckt: „Ich liebe Eisvögel, aber so lange und nah habe ich sie noch nie gesehen. Das übertrifft alle meine Hoffnungen.

„Wer selbst Eisvögel beobachten möchte, kann dies in der „Seevengeti” am Steller See vom Beobachtungsunterstand aus tun. Becken gibt jedoch einen wichtigen Rat mit auf den Weg: „Wer Eisvögel sehen will, muss sich unbedingt hinter einer Schutzwand versteckt halten, da sich die Eisvögel schnell gestört fühlen.” (dh)

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