Wahlhelfer in Seevetal bereiten sich auf den Wahltag vor

Die beiden Wahlhelfer Karla Sethmann und Jonah Francke. Foto: Gemeinde Seevetal
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Seevetal. Mittwochabend in der Burg Seevetal. Anderthalb Wochen vor der Wahl sind hier rund 70 Menschen zusammengekommen, um sich für die Mitarbeit am 23. Februar schulen zu lassen. Zwei davon: Die 81-jährige Karla Sethmann und der 25-jährige Jonah Francke. Beiden ist es wichtig, der Gesellschaft durch ihren Beitrag etwas zurückzugeben und die Demokratie zu stärken.

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„Ich dachte, ich mach das mal ein paar Jahre und wenn ich 60 bin, fragt mich sowieso keiner mehr. War aber nicht so. Mit 70 auch nicht. Jetzt mache ich das einfach weiter“, freut sich Karla Sethmann. Sie ist seit über 20 Jahren als Wahlhelferin dabei, seit 2009 als Wahlvorsteherin im Wahllokal in der Grund- und Hauptschule Meckelfeld. 

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Damit hat sie etwas mit dem deutlich jüngeren Jonah Francke gemein: Auch er hat, seit er vor neun Jahren das erste Mal Wahlhelfer war, bei jeder Wahl mitgeholfen. Inzwischen ist er Wahlvorsteher in der Schule Emmelndorf. „Damals hat unser Politiklehrer gesagt: Werdet Wahlhelfer. Die Idee hat mir gefallen. Also war ich bei meiner ersten Wahl auch gleich als Wahlhelfer am Start. Beide Seiten gleichzeitig kennenzulernen war sehr spannend.“

Was aber macht ein Wahlvorsteher? Er oder sie ist verantwortlich für die Koordination des Wahllokals, leitet die Stimmenauszählung und eröffnet und beendet die Wahlhandlung. Konkret heißt das für Karla Sethmann und Jonah Francke: Schon Samstag nehmen sie die Unterlagen in Empfang und richten das Wahllokal ein. Sonntag 7.30 Uhr ist dann ein Treffen, um den Tag zu besprechen. „Mit dem Schulgong um 8 Uhr stehen schon die ersten Wähler vor der Tür“, erzählt Karla Sethmann.

Damit wirklich alle wählen können, braucht es manchmal spontanen Einsatz. Auf einen Hund aufpassen, weil der nicht ins Wahllokal darf? Ja, damit der Besitzer im Wahlbüro seine Stimme abgeben kann. Und auch einen Wähler mit Fahrrad hatten Karla Sethmann und ihr Team schon. „Der hatte wohl Angst, dass sein Rad geklaut wird und wollte es mit reinbringen. Da lässt man sich dann halt was einfallen.“

Karla Sethmann könnte noch jede Menge Geschichten aus den vielen Jahren als Wahlvorsteherin erzählen. „Man kennt ja auch manche Leute, dann hält man noch einen Klönschnack. Schön finde ich auch, Erstwähler zu begrüßen. Die sind oft aufgeregt und bekommen von uns was Süßes. Dann läuft das schon.“

Um 18 Uhr ist die Wahl zu Ende, dann wird ausgezählt. „Da entwickelt man einen gewissen Ehrgeiz, wer als erster fertig ist und ans Telefon sprinten und Meldung ans Rathaus machen kann. Nach dem Auszählen muss ich mit dem Schriftführer ins Rathaus in Hittfeld, dort wird geprüft, ob alles richtig ausgefüllt ist.“ Zwischendurch kann die 81-Jährige aber auch mal eine Pause einlegen, dann hält ihre Stellvertreterin die Stellung.

Auch zur Bundestagswahl am 23. Februar werden Karla Sethmann und Jonah Francke am Start sein. Dem 25-Jährigen ist es wichtig, dass jeder sein Wahlrecht nutzt: „Ich hatte schon mit Leuten zu tun, die gesagt haben, meine Stimme ändert nichts. Das stimmt aber nicht. Wenn man sich zu Themen äußern will, sollte man seine Stimme abgeben. Wer nicht wählen geht, dem ist es egal und der braucht sich dann nicht zu beschweren.“ Und Karla Sethmann ergänzt: „Ich gebe was zurück an die Gemeinschaft, weil ich froh bin, dass wir in einem demokratischen Land leben können.“ (tj/ein)

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